| 
Musikalisch interpretierte die Stadtkapelle die
Schöpfungsgeschichte
und wurde dabei hohen Ansprüchen gerecht
GB-Foto: Schmidt
"Das war mein zehntes Adventskonzert und
ich muss sagen, ich bin stolz darauf, dieses Orchester
leiten zu dürfen", bedankte sich Diplom-Musikdirektor
Matthias Beno am Sonntagabend bei den Aktiven
der Herrenberger Stadtkapelle. Spontaner Applaus
kam in der voll besetzten Stiftskirche auf, der
Beifall galt sowohl dem Großen Blasorchester
als auch seinem Dirigenten. Zu Recht, denn auch
bei der zehnten Auflage des adventlichen Musizierens
hatten beide Parteien ihr Bestes gegeben und mit
einem hörenswerten Zusammenspiel das Publikum
begeistert. "Es ist ein schönes Erlebnis,
in dieser Kirche zu spielen", erklärte
Vereinsvorstand Philipp Jakob, zum Abschluss·
des Konzertes und fasste damit die Spielfreunde
in Worte, die zuvor bereits den Musikbeiträgen
zu entnehmen war.
Mit "Schöpfung und Licht" hatte
der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg sein diesjähriges
Adventskonzert überschrieben, im Mittelpunkt
des Abends stand die Vertonung des "Sonnengesangs
des heiligen Franz von Assisi". Die Komposition,
ein Originalwerk für sinfonisches Blasorchester
von James Curnow, beschreibt in sechs Sätzen
die Schöpfungsgeschichte. Dekan Klaus Homann
übernahm den Part des Sprechers, stellte
jedem Satz die entsprechende Textpassage aus dem
Gebet des heiligen Franz von Assisi voran: Während
die Sonne vorwitzig und gespickt mit vielen Läufen
vom Himmel blitzte, funkelten Mond und Sterne
eher ruhig am Firmament. "Bruder Feuer"
züngelte kurz und dafür umso heftiger
in der Stiftskirche, endete abrupt und mit dem
lautesten Ton des Satzes. Die Vertonung von "Mutter
Erde" erinnerte mit ihrer Klangfarbe an greogorianische
Gesänge, wohingegen Dank und Lobpreisung
aus "dem sechsten Satz sehr stimmgewaltig
ausfielen.
Thematisch daran anknüpfend hatten Matthias
Beno und seine Musiker Bert Appermonts "Arche
Noah" einstudiert. Die vier ineinander übergehenden
Sätze basierten auf der biblischen Geschichte,
die Wanderung der Tiere und ihre anschließende,
teilweise recht stürmische Schifffahrt wurde
von den Zuhörern zu Recht mit langanhaltendem
Applaus belohnt. "Man konnte die Geschichte
der Arche wunderbar nacherleben", lobte Dekan
Klaus Homann die Musiker für ihr Spiel, bevor
er sich mit "Besinnlichen Worten zum Advent"
an die Besucher in der Stiftskirche wandte. "Wir
waren ein Jahr unterwegs. Sahen vieles, vieles
aber auch nicht", eröffnete Homann seine
kleine Andacht. Für die Menschen existiere
oftmals nur das, was erklärbar sei, so seine
Beobachtung. "Doch kann man Liebe, Freude
und Hass errechnen und was wäre die Welt
ohne Geheimnisse?", fragte Homann. Das, was
das Leben schön mache und mit Sinn erfülle,
könne man meist nicht erklären, so der
Herrenberger Dekan.
Im weiteren Konzertprogramm spielte die Stadtkapelle
den "Kanon in D" von Johann Pachelbel,
Richard Strauss', "Feierlichen Einzug des
,Johanniterordens" und ein "musikalisches
Hochzeitsgeschenk". James Barnes hatte sein
Stück "Arioso" anlässlich
der Hochzeit seines japanischen Schülers
komponiert, gerne kam das Publikum der ,Aufforderung
von Matthias Beno nach: "Lehnen Sie sich
zurück und genießen Sie es."
Gefallen fanden auch die beiden abschließenden
Stücke. Mit "Rhapsodie über deutsche
Weihnachtslieder" und "Jesus Christ
Superstar" machte man einen kleinen Ausflug
in die unterhaltende Blasmusik. Nachdem im Arrangement
von James Christensen die Klassiker der Weihnachtszeit,
darunter "Oh Tannenbaum", "Stille
Nacht", "Ihr Kinderlein kommet"
und "In dulci jubilo", zum Zuhören
und Genießen erklangen, waren die Konzertbesucher
beim letzten Lied des Abends zum Mitsingen eingeladen:
Mit der traditionellen Version von "Oh du
fröhliche" schickte die Herrenberger
Stadtkapelle die Zuhörer in die letzten Wochen
des Jahres.
|