Chronik
 
 


Die Stadt Herrenberg

Die Stadt Herrenberg soll von den Grafen Werdenberg, nach anderen Erzählungen jedoch von dem Grafen Hans von Herrenberg im Jahr 1107 gegründet und 1140 von Kaiser Konrad III. mit großen Privilegien "begabt" worden sein. Herrenberg ist unverwechselbar. Sein markantes Gesicht, die gewaltige Stiftskirche auf mächtiger Terrasse in halber Höhe des Schlossbergs, ist zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Der Marktplatz mit dem schönen Brunnen, das Rathaus und die alte Vogtei, zahlreiche Fachwerkhäuser, schmale Gässchen und Staffeln und die verwinkelten Hinterhöfe zeugen von einer reichen und bewegten Vergangenheit.
Die alte Stadt ist mit ihren Fußgängerzonen und Fachgeschäften pulsierender Ausdruck der Bedeutung Herrenbergs als Zentralort für das Gäu, der Landschaft zwischen Schwarzwald und Schönbuch.

Der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg

Die Tradition, die der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg verkörpert reicht ins Jahr 1457 zurück. Vogt Heß schrieb in der Chronik der Stadt Herrenberg, "daß anno 1457 der Kardinal Julianus denen Pfeiffern, Trompetern, Lautenschlägern und Spielleuten eine besondere Bruderschaft zu halten verwilligt". Auf dieses hin bestätigte Graf Ulrich auch ihre "Freyheiten". So wurden u. a. folgende Statuten aufgestellt:

Keiner soll dem andern seine Kunst schmähen.

Jeder soll ein silbernes Zeichen tragen, ungefähr ein Lot schwer.

Keiner soll auf Wucher spielen.

Wer auf den Jahrtag sein Instrument nicht mit sich bringt, soll um drei Schilling gestraft werden.

Wer mit einer Frau unehelich und öffentlich Sünde begeht, soll in der Bruderschaft Strafe stehen.

Die Bruderschaft soll einen Meister und 12 Richter wählen um rugbare Sachen zu strafen.

Diese Statuten wurden ca. 200 Jahre angewandt. Die Bläser waren als "Tonkünstler" im Dienste der Stadt fest angestellt. Der Artikel vom Zinkenisten im Herrenberger "Statutenbuch" von 1777 zeigt, wie gleichermaßen die Stadtmusik eine Einrichtung der bürgerlichen und kirchlichen Gemeinde war. Noch vor dem etwa 60 Auftritte umfassenden sonn- und festtäglichen Musizieren dieses "Musickörpers" kam die Abteilung "Turmmusik" mit ca. 900 Turmchorälen jährlich.

Auch heute noch sind es Musiker der Stadtkapelle die jeden Sonn- und Feiertag um 8.30 Uhr vom Turm der Stiftskirche aus - direkt beim größten europäischen Glockenmuseum - einen Choral spielen.
> mehr über die Turmbläser

Erster Dirigent nach dem 2. Weltkrieg war Herr Karl Fink, der durch unermüdliche Heranbildung von Jungmusikern einen beachtlichen Klangkörper schuf. Im Jahr 1972 durfte der 1. Vorsitzende Paul Schmidt - er war mit über 20 Jahren der dienstälteste Vorsitzende in der langen Geschichte des Vereins - aus der Hand des damaligen Bundes-Innenministers Genscher die Pro-Musika-Plakette entgegen nehmen.


Hier einge historische Bilder:
> Bilder anklicken zum Vergrößern und lesen der Bemerkungen <








Der Verein heute

Der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg hat heute fast 600 Mitglieder. Das aktive Orchester hat über 70 Mitglieder und in der Jugendausbildung befinden sich ca. 150 Kinder.

Die Ausbildung
Größten Wert legt der Verein auf eine fundierte Ausbildung seiner Musikerinnen und Musiker. Schon seit 1969 erfolgt dies in enger Zusammenarbeit mit der Musikschule Herrenberg. Den Einzelunterricht erhalten die Jugendlichen an der Musikschule von professionellen Musiklehrern.

Der Ensemble-Unterricht findet auf vereinsebene unter der Leitung von Musikdirektor Matthais Beno statt, der ebenfalls an der Herrenberger Musikschule unterrichtet. Im Auftrag und in den von der Stadt Herrenberg zur Verfügung gestellten Räumen, findet die musikalische Früherziehung der Jüngsten im Verein statt. Schon dabei wird großer Wert darauf gelegt, dass die Kinder später ein Instrument erlernen, das in einem symphonischen Blasorchester gespielt werden kann. Die musikalische Früherziehung endet in der Regel mit dem Erlernen der Blockflöte.

Die "Minnies" ist eine neue Form der Ausbildung und ist der nächste Schritt zu einem "echten Musiker". Die Kinder erhalten ein Instrument in der Regel kostenlos vom Verein zur Verfügung gestellt, gehen zum Einzelunterricht an die Musikschule und werden schon nach wenigen Wochen zu einer gemeinsamen Gruppe in ihrem Musikverein, zusammengefasst. Sie sollen von Anfang an merken, daß Blasmusik nicht alleine, sondern am besten in einer Gruppe gespielt wird. Seit 2002 gibt es für diese Art der Ausbildung genügend Literatur, um den Kindern mit Spaß und Freude die Kunst des guten Musizierens beizubringen.

Nach den "Minnies" kommen die Kinder in die Jugendgruppe und danach - jetzt wird allerdings schon eine gewisse Qualifikation vorausgesetzt - das Jugendblasorchester.

Nach dem Jugendblasorchesters und dem erreichen des Mindestalters von ca. 16 Jahren erfolgt nach einem Vorspiel der Sprung ins aktive Orchester des Vereins.


Das große Blasorchester des Musikverein Stadtkapelle Herrenberg

Erster Dirigent nach dem 2. Weltkrieg war Musikdirektor Karl Fink. Die Jugendausbildung war zwar noch nicht so gut organisiert wie heute, trotzdem verstand es Karl Fink gerade Jugendliche für die Blasmusik zu begeistern. Noch heute spielen Musiker aus der im Jahr 1958 gegründeten Jugendkapelle im Verein.

Im Jahr 1968 wurde in Herrenberg die Musikschule gegründet und Karl Fink ging in den wohlverdienten Ruhestand.

Sein Nachfolger wurde der Rheinländer Erhard Scholtes, Trompeter und erster professioneller Musiker im Verein. Nach einer Übergangsphase wurde im Jahr 1974 Manfred Schäfer Dirigent im Verein. Er baute auf die Jugendarbeit und hatte teilweise über 100 Kinder in der Ausbildung.

Im Jahr 1985 übernahm Ernst Hutter aus Wangen-Roggenzell den Taktstock bei der Stadtkapelle. Empfohlen wurde er von Professor Zettler von der Musikhochschule in Stuttgart. Leider war seine Amtszeit nur sehr kurz, aber Ernst Hutter war viel lieber Solist an der Posaune bei der SWR-BigBand unter Erwin Lehn und am Tenorhorn unter Ernst Mosch und seinen Original Egerländer Musikanten. Trotzdem war Ernst Hutter ein Glücksfall für die Stadtkapelle, sorgte er doch dafür, dass die Nachfolge bestens geregelt wurde.

Ernst Hutter stellte den Kontakt zu Thomas Wunder, dem Solo-Posaunist der Stuttgarter Philharmoniker her. Im Jahr 1986 übernahm Thomas Wunder den Taktstock. Erstmals wurde danach durch seine Frau Stefanie Wunder bei der Stadtkapelle auch die Musikalische Früherziehung angeboten. Dies war ein voller Erfolg, genossen doch teilweise bis zu 200 Kinder die hervorragende Ausbildung bei der Stadtkapelle. Im Jahr 1991 und 1994 erreichte das aktive Orchester unter seiner Leitung, beim Wertungsspiel in der Höchststufe einen I. Rang mit Auszeichnung. Dies war die beste Bewertung beim Wertungsspiel, die der Verein in der langjährigen Geschichte erhielt und mit ein Grund dem langehegten Wunsch vieler Stadtkapellen-Fans nachzukommen, eine CD zu produzieren. Beim Landesmusikfest in Ehingen im Jahr 1998 erzielte der Verein ebenfalls einen ersten Rang mit Belobigung und erreichte 116 von 120 möglichen Punkten.

Seit dem 1. Januar 2000 ist Herr Musikdirektor Matthias Beno der musikalische Leiter des Vereins. Auch mit Ihm durfte die Stadtkapelle schon etliche Erfolge verbuchen: So gab es beim Bundesmusikfest in Friedrichshafen in der Höchststufe die Note "Sehr gut". Im Jahr 2003 wagte der Verein zum ersten Mal die Teilnahme an einem Wettbewerb. Ein 6. Platz unter 58 Teilnehmern war ein gutes Ergebnis.

Neben den Wertungsspielen kommen zahlreiche Konzerte mit überragenden Erfolgen. Matthias Beno hat ein hervorragendes Gespür für die Programmgestaltung. Seine Konzerte mit der Stadtkapelle waren alle sehr erfolgreich und überzeugten nicht nur durch die musikalische Vielfalt und Ausdrucksstärke des Orchesters, sondern auch durch die perfekte Auswahl und Präsentation der Musikstücke. Dies gilt für das Jugendblasorchester - unvergesslich die perfekte Inszenierung und Interpretation der Komposition "Electricity" - oder die Welturaufführung beim Konzert im Advent in der Herrenberger Stiftskirche mit der Komposition "Maria" von Regina Kuhn, die damit die Geburt ihrer Tochter Maria musikalisch nachempfunden hatte.

Neben der konzertanten und symphonischen Blasmusik pflegt die Stadtkapelle natürlich auch die gehobene Unterhaltungsmusik. Um für beste Unterhaltung und Stimmung zu sorgen hat die Stadtkapelle ein Musik- und Show-Programm einstudiert, das von den Zuhörern stets mit Begeisterung aufgenommen wurde. Dirigent und Orchester sind mit viel Engegement und Freude, die sich aufs Publikum überträgt.

Matthias Beno Dirigent seit 1. Januar 2000

Matthias Beno, 1968 in Nürnberg geboren, studierte Klarinette im Bereich künstlerische Reifeprüfung (Diplom-Orchestermusiker) an der Musikhochschule Düsseldorf und absolvierte an der bayerischen Musikakademie Marktoberdorf die Ausbildung zum staatlich geprüften Blasorchesterdirigenten.

Von 1993 bis 1997 war er Solo-Bassklarinettist im Heeresmusikkorps 12 in Veitshöchheim. Seit 1996 ist er hauptamtlicher Leiter des Musikvereins Alfdorf und seiner vereinseigenen Musikschule sowie Stadtkapellmeister der Stadtkapelle Gaildorf.

Sein Eintrittsdatum beim Musikverein Stadtkapelle Herrenberg als Dirigent und musikalischer Leiter und Lehrer an der Herrenberger Musikschule wird Matthias Beno nie vergessen, war es doch der Start ins neue Jahrtausend, der 1. Januar 2000.

Neben seinem Unterricht studiert er seit zwei Jahren an der Hochschule in Augsburg, mit dem Ziel als Diplom Dirigent abzuschließen. Am 4. und 5. Juli 2003 ist das Examen in der Musikhochschule in Augsburg. Mit dabei ist die Stadtkapelle, die ihren Dirigenten natürlich nach Kräften unterstützen wird.

"Herrenberger Schloßberggeister"
Die "Herrenberger Schloßberggeister" wurden im Jahr 1969 gegründet, als eine Einladung der Herrenberger Partnerstadt Tarare (Frankreich, bei Lyon) kam. Man wollte nicht die gesamte Besetzung, sondern eine Gruppe um die 20 Musiker.
Nachdem diese Gruppe bei Ihrem ersten Auftritt solch großen Erfolg hatte, entschlossen sich die Musiker, diese Besetzung weiterzuführen und auszubauen.

"Die Herrenberger Gassahuber"
Die im Jahr 2001 gegründete Guggenmusik besteht hauptsächlich aus Musikern des Musikvereins Stadtkapelle Herrenberg und des Musikvereins Trachtenkapelle Gültstein. Vor allem während der Faschingszeit hat diese Gruppe Hochkonjunktur. Die Guggenmusik hat eigene Kostüme und legt neben der Musik auch großen wert auf bestens eingeübte Shows. Nähere Informationen zu den Gassahubern und ihren Auftritten finden sie unter http://www.gassahuber.de !!


 
Home | Aktuelles | Termine | Veranstaltungen | Verein | Stadtkapelle | Jugendarbeit | Kontakt | Sitemap
MV Stadtkapelle Herrenberg e.V.
Marienstraße 21
71083 Herrenberg